Sonntag, 12. Mai 2013
Wolle kaufe?
Ich habe so eine entsetzliche Bildungslücke bei den Shopsystemen, die muss ich schließen! Zwar will ich selbst kein Webshopbetreiber werden, aber in den Anforderungen an Programmierer findet man das immer wieder.
Magento kann von mir aus sterben gehen, ein Registrierungszwang für den Download ist eigentlich ein no-go. Aber vielleicht sind sie so wichtig, dass ich diese Kröte doch schlucken muss. Jedenfalls fange ich jetzt erst einmal damit an, mir os-Commerce anzuschauen. Das ist Open-Source wie es sein soll - ohne Registrierungszwang.

Nachtrag: Magento kriegt man auch per Subversion, das ist ohne Registrierung, aber als Einsteiger brauche ich einen Beispielshop. Den kriegt man nur, wenn man sich entblößt.

Nachtrag-Nachtrag: Magento über Subversion hole ich mir trotzdem; vielleicht hilft ja Tante Gu



Montag, 22. April 2013
Ich dachte ich bin schlimm
Im letzten Beitrag habe ich mir ja Sorgen gemacht, dass meine Art der PHP-Programmierung anecken könnte, wegen den doofen Namen und so.
Da habe ich meinen neuen Kunden noch nicht gekannt!
Bei dem Kundenprojekt würde jeder Programmierer vor Freude zusammenbrechen, wenn irgend so ein Deutsch/Englisch-Mischmasch das Problem wäre.
Ist es nicht. Zusammenbrechen möglich, aber nicht vor Freude.
Da ist einem Internetunternehmer sein einziger Programmierer von einem Tag auf den anderen ausgefallen. Es musste also sofort ein neuer Programmierer her, und zwar ich.
Das ginge ja noch, wenn der alte Programmierer irgendsoetwas wie eine Dokumentation hinterlassen hätte. Hat er aber nicht.
Naja, die Projekte sind heute alle alle ähnlich aufgebaut - best practice, verstehst - man hat Unittests: das reicht doch als Dokumentation!
Nein!
Mein Vorgänger hat sich 1985 das letzte mal ein Buch zur Softwareentwicklung angesehen. Dann hat er sich noch irgendwie PHP3 beigebracht, das wars.
Ich hätte nie gedacht, dass es sowas noch gibt!
Globale Variablen, wo man hinguckt; er holt sich irgendwelche Sachen aus der Datenbank und entscheidet anhand der Variablen $_z, $_tarif oder $_tarif2 wie es weiter geht.
Die Tests wurden durchgeführt, indem er ein x an die Skripte hing; auf dem Livesytem!
Er hat da durchgeblickt, klar, ist ja sein Baby. Aber mach mal dem Auftraggeber klar, auf was für einer Müllhalde an Code er da hockt.
Toll, ich bin nicht nur ein Programmierer, sondern auch ein Feuerwehrmann, ein Forensiker und eine Nanny.
Nein, es ist nicht gut bezahlt.
Sowas macht man, um besser zu werden, Erfahrungen zu gewinnen und um einen Nackenkrampf wegen dem ewigen Kopfschütteln zu bekommen.



Sonntag, 31. März 2013
Ein Ökonom
Ach, ein Ökonom warnt mal wieder. Es geht natürlich wieder um den "Deutschen-Ökonomen-Gottseibeiuns"-Mindestlohn. Dazu nur zwei Dinge:

a) Wer gegen Mindestlohn ist, kriegt auch keinen. Das finde ich gerecht. Ausserdem ist das Ökonomengebrabbel und das dazugehörige Schreibhansitum in den Redaktionen bei Licht betrachtet eh nicht mehr als 2,68 € die Stunde wert.

b) Warum werden Ökonomen überhaupt noch zu irgendetwas gefragt? Deren Modelle taugen doch nachgewiesenermaßen nichts! Ich frage doch auch keinen Salmonellenvertreiber nach Kochrezepten, gehe zu Geisterfahrern nicht in die Fahrstunde und will von katholischen Pfarrern nichts über Kindererziehung wissen. Die haben alle im jeweiligem Gebiet versagt! Warum sollte man die überhaupt noch fragen? Die Ökonomen sollen ihre 2,68 € Stundenlohn nehmen und auf dem Jahrmarkt auftreten. Neben der Handleserin. Da gehören sie hin! Wenn sie meckern, werden sie durch bulgarische Praktikantenökonomen ersetzt.



Dienstag, 26. März 2013
Hundesteuer
Heute habe ich die Hundesteuer überwiesen. Den Nachbarn aus dem etwa 20 Meter entfernten Berlin klappen immer die Kiefer runter, wenn sie erfahren, dass die Hundesteuer hier in Schönefeld nur 25 Euro macht. Im Jahr.



Donnerstag, 14. März 2013
Die Toten und die Datenbank
"RTL-Scripted-Doku-Dreck endlich in scharf mit dem Kundengängelsystem HD+ sehen!"
TeleColumbus legt sich ja sehr ins Zeug, um meinem Vater ihr Digitalangebot schmackhaft zu machen (sie haben es anders formuliert). Mein Vater war mal Kunde bei TeleColumbus, kriegt aber immer wieder mal an ihn adressierte Werbebriefchen. Passiert, kein Drama.
Bei der Kündigung damals hat TeleColumbus auch kein bisschen rumgezickt und hat sie anstandslos akzeptiert. So eine Sterbeurkunde ist schließlich auch ein starkes Argument. Die Sterbeurkunde meines Vaters. Sie wissen, dass er tot ist. Sie schicken ihm Werbung.
Sind die bescheuert?
Die Antwort "ja" fällt mir etwas schwer. Nicht, weil ich es nicht für möglich halte, sondern weil sich das dann wie ein Spiegel-Online-Forums-Kommentar anhört. Spiegel-Online-Forums-Kommentare klingen immer so, als ob die Leute extra abpassen, wann ihr Gehirn Gassi geht und dann in dessen Abwesenheit kommentieren. "Das Hirn ist grad weg; schnell was zu unseren Politikern schreiben (alle blöd)".
Stellen wir uns also mal eine Welt vor, in der sich die Mitarbeiter des TeleColumbus-Marketing nicht in einem Dixieklo verlaufen: Variante eins: die sind nicht blöd, sondern perfide.
Die wissen, dass mein Vater tot ist, aber sie wollen halt unbedingt ihre Scheißwerbung absondern und mein Vater ist derjenige, dem sie die Werbung legal schicken dürfen. Er war ja mal Kunde. Meiner Mutter dürften sie die Werbung nicht schicken, da sie nie Kundin war und auch sonst nie irgendein Einverständnis für Werbemüll abgegeben hat.
Aber ich glaube, da unterstelle ich auch schon zuviel Plan.
Am gleichen Tag hat nämlich auch ein Handwerksbetrieb im Auftrag des Stromnetzbetreibers an meinen Vater geschrieben. Der Stromzähler soll mal wieder gewechselt werden. Der Vertrag für den Strom wurde damals natürlich auch auf meine Mutter umgeschrieben. Aber das weiß nur der Versorger, nicht der Netzbetreiber. So ähnlich sieht es wohl auch bei TeleColumbus aus. Jede blöde Klitsche wird ja in eigenständige Einheiten zerlegt, von der jede auf ihren eigenen Datensätzen arbeitet. Eine Änderung der Daten kriegen daher nicht alle mit. Das ist die beliebte Managementmethode "rechte Hand weiß nicht, was linke Hand macht." Sowas können nur Spitzenprofis.
Jeder Wald- und Wiesenprogrammierer kennt die Grundlagen der Datenbankprogrammierung und weiß wie man solche widersprüchlichen Datensätze vermeidet. Das steht in jedem Anfängerbuch. Aber die Firmen halten sich nicht daran. Argh! Facepalm!

So, ich suche mir jetzt ein schönes dickes Buch zur Datenbankprogrammierung mit einem ausführlichen Teil zur Normalisierung und verprügele damit einen BWLer. Für irgendwas muss das Buch ja gut sein.